Das Volunteersprojekt "Pflegen, Ernten, Mosten" ist ein seit 1996 laufendes Gemeinschaftsprojekt des Wohn- und Pflegezentrums St. Vinzenz in Plattenhardt, des Pflegestützpunktes und des Umweltschutzreferats der Stadt Filderstadt. Im Landkreis Esslingen darüber hinaus einzigartig. Bei dem Projekt handelt es sich aber nicht um eine einzelne Sache, sondern um mehrere Themen beziehungsweise mehrere Veranstaltungen. Immer im gleichen Kontext (Streuobstwiese) aber in unterschiedlichen Ausprägungen. Beispiele sind die Schnittkurse für Obstgehölze und die Schermausbelämpfung.

 

Wer sind wir?

Das Projekt "Pflegen, Ernten, Mosten" ist ein seit 1996 laufendes Gemeinschaftsprojekt des Wohn- und Pflegezentrums St. Vinzenz in Plattenhardt, des Pflegestützpunktes und des Umweltschutzreferates der Stadt Filderstadt und einzigartig im Landkreis Esslingen.

Was bieten wir?

Wir bieten Schnittkurse auf der Obstanlage des Wohn- und Pflegezentrums St. Vinzenz an: Am Samstag, 2. März 2019 fand der diesjährige Schnittkurs mit unserem Schnittkursleiter Gerd Przybyla statt. Mehr als 20 Interessierte hatten sich auf der Obstanlage des Wohn- und Pflegeheimes St. Vinzenz in Plattenhardt eingefunden, um Anleitungen zum Erziehungs- und Pflegeschnitt von Obstbäumen sowie der Entfernung von Misteln zu erhalten. Beim anschließenden Vesper in den Räumlichkeiten des St. Vinzenz konnten sich die Teilnehmer untereinander über Schnitttechniken und den Streuobstanbau austauschen.

Gerd Przybyla demonstriert die Entfernung von Misteln

Dieses Jahr haben wir zum dritten Mal am Samstag, 18. Mai 2019 die Veranstaltung "Verschiedene Möglichkeiten der Obstbaumveredlung" angeboten. 20 Interessenten fanden sich in den Räumlichkeiten vom Wohn- und Pflegezentrum St. Vinzenz in Plattenhardt ein, um die unterschiedlichen Veredlungsarten durch Gerd Przybyla in Theorie und Praxis zu erfahren. Die Teilnehmer kamen nicht nur aus Filderstadt, sondern ebenso aus Esslingen und Stuttgart, da diese Themenstellung im Streuobstbau selten in der Region angeboten wird.

Neben dem Arbeiten und Bewegen an der frischen Luft im Winter gibt es gratis Hilfe und Erklärungen zum Schneiden an Obstbäumen und anschließend geselliges Beisammensein mit kostenlosem Vesper im St. Vinzenz.

Heimbewohner beim Krehele-machen

Beim Plattenhardter Backhausfest im August werden die von den Bewohnern des Wohn- und Pflegezentrums gesammelten und getrockneten Reisigbüschel oder "Krehele" der im Winter geschnittenen Obstbäume zum Anheizen des Backofens verwendet.

Das Herbstfest im Oktober im Wohn- und Pflegezentrum ist der krönende Abschluss: Mit Musik, Tanz und frisch gepresstem Apfelsaft aus der Obstanlage klingt jährlich das Volunteersprojekt aus.

Bei diesen beiden Veranstaltungen können Sie Kontakte zu den Bewohnern des Wohn- und Pflegezentrums knüpfen. Gleichzeitig können Sie beim Hertbstfest den Baumschnitt vom Winter anhand des Obstertrages in der Obstanlage begutachten.

Wen suchen wir?

Wir suchen weitere Freiwillige jeder Altersgruppe, die Spaß an der Arbeit mit Baumsäge sowie Reb- und Astschere haben und den Kontakt mit den Heimbewohnern des Wohn- und Pflegezentrums St. Vinzenz Plattenhardt und der Stadtverwaltung pflegen wollen.

Weitere Informationen erhalten Sie beim

Umweltschutzreferat
Telefon:  0711 7003-650 und -649

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Schermausbekämpfung

Aussehen und Lebensart

Die 16 bis 24 Zentimeter lange Schermaus oder auch Wühlmaus (Arvicola terrestris L.) kommt in ganz Europa vor. Sie bevorzugt frische, feuchte Böden, Gräben, Wiesen, lichte Laub- und Mischwälder und vergraste Jungkulturen. Sie hält keinen Winterschlaf und ist die meiste Zeit unter der Erde. Ihre Gänge sind geschlossen (außer am Wasser und mit Jungtieren) und im Allgemeinen in einer Tiefe von fünf Zentimetern. Durch deren Sozialstruktur und Paarungsverhalten breitet sich die Schermaus sehr schnell aus. Feinde des Wühlers sind Wiesel, Greifvögel, Füchse, Katzen, Iltis und Marder.

Schaden

Da die Schermaus wie erwähnt hauptsächlich unterirdisches Dasein pflegt, dienen vor allem Wurzeln, Rhizome, Knollen und Zwiebeln als Nahrung. Für die Pflanze selbst entsteht durch dieses Benagen und Fressen natürlich ein Schaden. Im Obstbau sind besonders die jungen Obstbäume gefährdet. Apfelbäume auf schwachwachsenden Unterlagen (Dichtpflanzungen) sind dafür besonders anfällig. Sichtbar werden diese Schäden besonders im Frühjahr, da sie oft unbemerkt über den Winter verursacht werden. Dies äußert sich dann in einem schwächeren oder gar ausbleibenden Austreiben der Bäume.

Bekämpfung

Um Jungbäume zu schützen, werden bei der Pflanzung Drahtkörbe in der Erde um den Wurzelballen angebracht. Diese sind grobmaschig genug, um durchlässig für die Wurzeln aber nicht für die Mäuse zu sein. Zudem benutzt man unverzinkten Draht, der relativ schnell verrostet und so kein Hindernis für die Wurzelausbreitung darstellt. Als Vorbeugung sollten die natürlichen Feinde wie Greifvögel und Eulen sowie Wiesel unterstützt werden. Dies ist beispielsweise mit Versteck-, Brut- und Aussichtsmöglichkeiten zu verwirklichen.

Zur eigenhändigen Bekämpfung eignet sich besonders der Spätherbst und das zeitige Frühjahr. Sie sollten so großflächig wie möglich auf die Suche gehen. Bei der Suche sollten im Vorhinein unbewohnte Gänge ausgeschlossen werden. Als Hilfsmittel sollte ein Suchstab verwendet werden. Neben den Erdauswürfen sollte man dann kreisförmig den Boden abtasten. Wird ein Gang getroffen, sinkt der Stab Ruckartig ein. Jetzt sollten Sie das Loch vergrößern, sodass kalte Luft in den Gang gelangen kann. Ist der Gang bewohnt wird die Schermaus diesen Loch wieder „stopfen“, unbewohnte Gänge bleiben offen. In die bewohnten Gänge werden am besten Fallen aufgestellt. Wenn Sie im freien Feld Fallen aufstellen, sollten Sie dies nicht über Nacht tun, da sonst auch andere Tiere wie Mauswiesel gefangen werden könnten.

Projekt

Damit Besitzer von Streuobstwiesen eigenhändig zur Bekämpfung schreiten konnten, bot die Stadt Filderstadt Kurse zur Schermausbekämfung an. Ab 1988 konnte man bei Interesse kostenlos an einem Kurs teilnehmen, für den einige ehrenamtliche Helfer speziell ausgebildet wurden. Für jeden abgeschnittenen Schwanz gab es eine Prämie (dieses Konzept hielt sich aber aus hygienischen Gründen nicht sehr lange). Das Projekt ist allerdings aufgrund mangelnder Nachfrage eingestellt.

Heute werden von der Baumschule gleichzeitig mit den Hochstämmen die erwähnten Drahtkörbe ausgegeben.